Positive Gesundheitseffekte durch tiergestützte Interventionen

Effekte auf das Oxytocin System

Es gibt viele übereinstimmende Studienergebnisse, die zeigen, dass die Interaktion mit einem Hund zu einer erhöhten Oxytocinausschüttung beim Menschen führt. Bei Körperkontakt und auch bei der Interaktion mit dem eigenen Hund war der Effekt am deutlichsten.

Die positiven Eigenschaften von Oxytocin sind:

 

Reduktion von Stress

Aktivierung des Belohnungssystems

Stärkung von Empathie und Vertrauen

Stärkung von Zugehörigkeit

Stimulation positiver sozialer Interaktion und Aufmerksamkeit

Studie Sams, Fortney und Willenbring(2006): Sozialer Katalysator Effekt – Die Anwesenheit eines Hundes führt während einer Beschäftigungstherapie mit autistischen Kindern zu mehr sprachlichen Äußerungen und häufigeren sozialen Interaktionen mit Gleichaltrigen

Studie von Marr et al. (2000): Effekte konventioneller Therapien verstärkten sich, wenn ein Tier anwesend war. Es gab signifikante Unterschiede bei Therapien von Psychiatriepatienten mit und ohne Tier. Patienten, die an tiergestützten Interventionen teilnahmen, lächelten häufiger, zeigten mehr Freude und waren anderen gegenüber sozialer, hilfsbereiter und aktiver.

Vergleichbare Effekte wurden ebenfalls in verschiedenen Studien mit Senioren gefunden.

 

Verbesserung im Lernen

Diverse Studien belegen, dass die Anwesenheit eines Tieres das Sozialverhalten und das Klassenklima verbessern und somit eine bessere Lernumgebung geschaffen wird.

Studie Gee, Harris und Johnson (2007): Geschicklichkeitsaufgaben werden in Gegenwart eines Hundes schneller gelöst.

Studie Gee, Sherlock, Bennett & Harris (2009): Sowohl sprachverzögert entwickelte, wie auch normal sprachentwickelte Kinder befolgten Anweisungen deutlich besser in Anwesenheit eines Hundes. Die Konzentration war höher und die Kinder brauchten weniger Hilfen bei Gedächtnisaufgaben.

Reduktion von Angst und Förderung von Entspannung

Studie Shiloh, Sorek und Terkel (2003): Studienteilnehmern wurde eine Vogelspinne gezeigt und mitgeteilt, dass sie diese später in die Hand nehmen sollten. Anschließend wurden die Personen 5 Gruppen zugeteilt und sollten je nach Gruppe entweder ein Kaninchen, eine Schildkröte, ein Stoffkaninchen oder eine Stoffschildkröte streicheln oder sich einfach nur ausruhen.

Die selbst eingeschätzte Angst wurde beim Streicheln der Tiere am stärksten reduziert, so dass man ausschließen kann, dass der reine mechanische Bewegungsablauf des Streichelns der Auslöser ist.

 

 

Erhöhtes Vertrauen / Vertrauenswürdigkeit

Es gibt bisher wenig Studien dazu, ob ein anwesendes Tier die Vertrauenswürdigkeit erhöht. Die wenigen bisher durchgeführten Studien weisen jedoch darauf hin, dass ein anwesendes Tier z. B. einem Therapeuten eine Vertrauensvorschuss verschafft und Patienten eher bereit sind etwas von sich preiszugeben.

 

Positive Stimmung, Reduktion von depressiven Zuständen/Aggression

Mehrere Studien (u.a. Souter und Miller 2007 & Turner, Rieger & Gygax 2003) ergaben eine signifikante Reduktion depressiver Symptome durch tiergestützte Therapien.

Studien mit Senioren in einem Seniorenheim bestätigten dies ebenfalls.

Auch körperlich und psychisch gestörte Kinder und Erwachsene zeigen stimmungsaufhellende Effekte.

Studie Nathans-Barel, Feldman, Berger, Modai und Silver (2005):

Patienten mit einer chronischen Schizophrenie nahmen einmal wöchentlich, 10 Wochen lang, an einer tiergestützten Therapie teil. Die Stimmung verbesserte sich im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant.

Verbesserte Schmerzbewältigung

Es gibt bisher keine durchgeführten Studien, die signifikant eine verbesserte Schmerzbewältigung beweisen. Hierbei kann man sich lediglich auf Fallstudien und Praxisberichte beziehen, die immer wieder berichten, dass sich der Gebrauch von Medikamenten bei Seniorenheimbewohnern mit Haustier oder Tierbesuchsdiensten deutlich reduzieren lässt.

 

 

 

 

Literaturverzeichnis

 

Bindung zu Tieren – Psychologische und neurobiologische Grundlagen tiergestützter Interventionen Henri Julius / Andrea Beetz / Kurt Kotrschal / Dennis C. Turner / Kerstin Uvnäs-Moberg